Studie «Recruiting Trends 2010 Schweiz» - die aktuellen Trends und Innovationen der Personalbeschaffung
Bereits im vierten Jahr in Folge untersucht die Studienreihe «Recruiting Trends Schweiz» die Rekrutierungstendenzen in den Top-500-Unternehmen Schweizer Unternehmen. Wie schon ihre Vorgänger wurde die aktuelle Erhebung vom Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS), einem Forschungsprojekt der Universitäten Bamberg und Frankfurt am Main, in Zusammenarbeit mit Monster.ch durchgeführt.
von Dr. Falk von Westarp, Country Manager Monster Worldwide Switzerland AG
Zwischen Oktober und Dezember 2009 wurden dabei die 500 Schweizer Unternehmen mit den meisten Mitarbeitern im Rahmen einer Fragebogenaktion kontaktiert. Die Erkenntnisse der in dieser Form schweizweit einzigartigen Erhebung sind auch dieses Jahr höchst interessant, denn der Befragungszeitraum fiel in eine angespannte Phase der konjunkturellen Entwicklung gegen Ende des vergangenen Jahres.
Die Schweizer Grossunternehmen veröffentlichen 82,1 Prozent ihrer freien Stellen auf der eigenen Unternehmens-Webseite und 67,6 Prozent in Internet-Stellenbörsen. Damit können diese beiden Internet-Rekrutierungskanäle ihr Niveau aus dem Jahr 2008 im Gegensatz zu den Printmedien halten. In Zeitungen und Zeitschriften werden nur noch 33,1 Prozent aller Vakanzen veröffentlicht, was einem Verlust um 7,6 Prozentpunkte seit dem Jahr 2008 und um 16,8 Prozentpunkte seit dem Jahr 2007 entspricht. Auch bei der Frage, über welche Kanäle die tatsächlichen Einstellungen generiert werden, geht der Trend in Richtung Internet. 61,0 Prozent aller im Jahr 2009 realisierten Neueinstellungen gingen auf eine Stellenanzeige im Internet zurück – ein Plus von 3,1 Prozentpunkten binnen Jahresfrist. Der Printbereich verliert im gleichen Zeitraum 2,4 Prozentpunkte, 2009 wurden nur noch 20,5 Prozent aller Einstellungen über dieses Medium generiert.
Abbildung 1: Anteile der benutzen Kanäle zum veröffentlichen der Stellenausschreibung im Zeitverlauf.
E-Mail-Bewerbungen überwiegen im Bewerbungseingang
Erstmals bilden die Bewerbungen per E-Mail mit 45,0 Prozent den grössten Anteil im Bewerbungseingang der Unternehmen. Es folgen die klassische Bewerbungsmappe auf Papier mit 44,5 Prozent und die Bewerbung über ein standardisiertes Webformular mit 9,5 Prozent.
Die E-Mail-Bewerbung wird mit 42,2 Prozent auch von den meisten Unternehmen bevorzugt. Immer noch ein Viertel der Befragten hält aber an der Bewerbungsmappe fest. 17,2 Prozent präferieren die Formularbewerbung, während 15,6 Prozent keine eindeutige Präferenz für ein bestimmtes Verfahren angeben. Betrachtet man die Entwicklung im Bewerbungseingang über die Jahre hinweg, zeigt sich ein deutlicher Trend hin zur elektronischen Bewerbung (Summe aus E-Mail- und Formularbewerbung). Waren im Jahr 2007 noch 57,8 Prozent aller eingehenden Bewerbungen papierbasierte Mappen, sind es heute nur noch 44,5 Prozent. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil elektronischer Bewerbungen von 40,2 Prozent auf 54,5 Prozent.
Fachkräftemangel hält an – Social Media als Lösungsansatz?
Die Umfrageteilnehmer gehen davon aus, dass die Besetzung von 29,0 Prozent aller für 2010 erwarteten Vakanzen schwierig wird, weil es auf dem Arbeitsmarkt immer noch an geeigneten Kandidaten mangelt. 3,7 Prozent aller freien Stellen werden gar für unbesetzbar gehalten.
Abbildung 2: Anteile der schwierig oder gar nicht besetzbaren Vakanzen in den Unternehmen im Zeitverlauf.
Interessant dabei ist, dass dieser Fachkräftemangel unabhängig der jüngsten negativen Wirtschaftsentwicklung anhält. Seit 2008 bewegt er sich auf nahezu unverändert hohem Niveau. Um im Kampf um qualifizierte Arbeitskräfte dennoch bestehen zu können, müssen die Unternehmen daher neue Richtungen einschlagen. Die rein passive Suche über die Schaltung von Stellenanzeigen auf der eigenen Unternehmens-Webseite oder in Internet-Stellenbörsen reicht häufig nicht mehr aus. Neue Potenziale bieten sich durch die Nutzung von Web 2.0-Anwendungen und der Suchmaschine Google an. Allerdings besitzen solche Applikationen unter den Top-500-Unternehmen aus der Schweiz bislang noch einen vergleichsweise geringen Stellenwert, wenn es um die aktive Kandidaten-Suche geht. Lediglich 18,6 Prozent der Studienteilnehmer denken, dass über Google gefundene Informationen für die Auswahlentscheidung im Rahmen einer Stellenbesetzung wichtig sein könnten. Für das Karrierenetzwerk Xing vertreten noch 10,3 Prozent diese Meinung. Und noch weniger Unternehmen sind der Ansicht, dass Informationen aus dem berufsorientierten Online-Netzwerk LinkedIn (3,4 Prozent) oder aus der sozialen Netzwerkplattform Facebook (1,7 Prozent) für die Stellenbesetzung von Bedeutung sein könnten. Die Einschätzung des Stellenwerts von Informationen aus den genannten Quellen deckt sich weitestgehend mit den Angaben zur tatsächlichen Nutzung. Lediglich 17,5 Prozent greifen häufig auf Google und 14,5 Prozent auf Xing zurück, um über Kandidaten zu recherchieren, 6,5 Prozent informieren sich über LinkedIn und nur gerade 1,6 Prozent über Facebook.
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Dennoch ergeben sich im Web 2.0, vor allem bei der Rekrutierung passiv suchender Kandidaten, umfangreiche und interessante Potenziale. Ganz neue Ansätze bieten darüber hinaus innovative Internet-Stellenplattformen wie Monster.ch mit Rekrutierungslösungen, welche die Unternehmen effizient mit Social Media-Netzwerken verknüpfen. Die professionelle Präsenz als Arbeitgeber auf Facebook, Twitter und Co. kann die Ansprache gesuchter, hochqualifizierter Arbeitskräfte wesentlich vereinfachen, denn gerade diese technologisch aufgeschlossenen Zielgruppen nutzen solche Kommunikationskanäle besonders intensiv.
Die vollständigen Recruiting Trends 2010 können Sie in unserem Buch Recruiting 2010 nachlesen.
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