Lohnvergleiche in der Schweiz – Modetrend oder essenzielles Management-Tool?
Das Benchmarking setzt sich auch im Personalbereich immer mehr durch. Es erstaunt daher wenig, dass die Arbeitgebenden im Lohnbereich immer mehr darüber wissen möchten, wo ihre Löhne im Marktvergleich stehen. Diese Fragestellung hat besonders wegen des Mangels an Fachleuten an Bedeutung gewonnen.
Im heutigen Praxisreport nimmt ein ausgewiesener Kenner - Wissenschaftler und Praktiker zugleich - zu den neusten Trends bei Lohnvergleichen und zu deren Zielen Stellung. Pof. Dr. rer.pol. Thomas Schwarb hat schon in einem früheren aufschlussreichen Praxisreport über die «wundersame Welt der Löhne» berichtet.
Unser Gastautor hat sich gerne bereit erklärt, über das spannende Thema der Lohnvergleiche in späteren Folgen zu berichten. Bleiben Sie also dran!
Alex Müller
Aktuelle Trends bei Lohnvergleichen in der Schweiz
Die Unternehmen wollen im Rahmen der Rekrutierung sicher sein, dass der Lohn im marktüblichen Rahmen bleibt. Aber auch auf Seiten der Mitarbeitenden ist das Bewusstsein dafür gewachsen, dass man wissen sollte, was ein vernünftiger Lohn ist. Entsprechend ist in den letzten Jahren nicht nur das Angebot von Lohnvergleichen für Arbeitgebende gewachsen, sondern auch viele Arbeitnehmendenverbände haben neue Lohnvergleiche begonnen oder ihre bisherigen Lohnvergleiche ausgebaut.
Die besseren Informationstechnologien verändern auch die Auswertungsmöglichkeiten. Traditionell werden Lohnvergleiche in einer festen Form ausgewertet und den Nutzern auf Papier geliefert. Heute ist es zunehmend Standard, dass die Nutzer Auswertungen selbst und nach eigenen Kriterien vornehmen können. Dafür werden die Daten auf Datenträgern oder auf dem Internet zur Verfügung gestellt.
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Die bilateralen Verträge mit der EU haben einen weiteren Impuls gegeben. Weder dürfen im Rahmen der Personenfreizügigkeit ausländische Arbeitskräfte unter den ortsüblichen Löhnen beschäftigt werden, noch dürfen ausländische Firmen, welche in der Schweiz tätig sind, ihre Mitarbeitenden tiefer entlöhnen. Damit ortsübliche Löhne aber überhaupt messbar wurden, hat man die Basis der statistischen Daten verbreitert. Und in dieser Form erstmalig breit zugänglich gemacht.
Die zunehmende Internationalisierung der Wirtschaft hat auch im Bereich der Entlöhnung Folgen. Die Arbeitgebenden benötigen vermehrt internationale Vergleichsdaten. Hier wurden Angebote von spezialisierten Anbietern geschaffen und ausgebaut.
Im Folgenden werden diese Trends im Gesamtkontext näher beleuchtet und hinterfragt.
Ziele von Lohnvergleichen in der Schweiz
In vielen Leitbildern finden wir Aussagen wie: «Wir zahlen allen Mitarbeitern einen marktkonformen Lohn.» Oder: «„Wir orientieren das Gehaltsniveau an den Marktlöhnen im jeweils relevanten Salärmarkt und überprüfen dies regelmässig.»
Aus strategischer Sicht ist dies seltsam. Auf dem Absatzmarkt käme es niemandem in den Sinn, sich das Ziel zu setzen, ein durchschnittliches Produkt oder eine Leistung zu einem durchschnittlichen Marktpreis anzubieten. Im Lohnbereich jedoch ist es eher selten anzutreffen, dass beispielsweise klar gesagt wird, dass das Unternehmen überdurchschnittliche Mitarbeitende will und es diese auch überdurchschnittlich entlöhnt.
Informationen über Marktlöhne sind aber in jedem Fall nötig, um überhaupt zu wissen, wo das eigene Lohnniveau liegt. Dies zum einen für die Beurteilung der Löhne der gegenwärtigen Mitarbeitenden und zum anderen für die Anfangslohnbestimmung von neuen Mitarbeitenden.
Im Weiteren verändern sich der Arbeitsmarkt und damit auch die Lohnniveaus und Lohnstrukturen laufend. Es ist somit eine unternehmerische Notwendigkeit, Veränderungen im Lohnsektor rechtzeitig wahrzunehmen und regelmässig Lohnvergleiche anzustellen.
Zu diesem Thema haben wir für Sie das Tool Interne Lohnverlgeiche, mit dem Sie einfach die Löhne Ihrer Mitarbeitenden grafisch darstellen und vergleichen können.
Prof. Dr. rer. Pol. Thomas M. Schwarb ist Leiter des Fachbereichs Honorierungssystem des Kantons Basel-Landschaft sowie Lehrbeauftragter der Fachhochschule Nordwestschweiz und der Universität Basel.
Kontakt als Leiter des Fachbereichs:
Prof. Dr. rer. Pol. Thomas M. Schwarb
Personalamt Kanton Basel-Landschaft
Rheinstrasse 24, 4410 Liestal
Tel. 061 552 57 46Fax 061 552 69 95
thomas.schwarb@bl.ch
Professionelles Absenzenmanagement: Es ist unverkennbar, dass viele Arbeitgeber bei einer länger dauernden Absenz mit der erkrankten oder verunfallten Person rascher als früher Kontakt aufnehmen und in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt nach einer möglichst optimalen Lösung suchen. Das heutige Absenzenmanagement ist professioneller geworden.
Neue Arbeitsunfähigkeitszeugnisse: Erste Feedbacks: «Wir wollen niemanden zur Arbeit prügeln, der halb krank ist, aber denen, die halb gesund sind, die Möglichkeit geben zu arbeiten», sagte ein Vertreter vom Basler Arbeitgeberverband gemäss einem Pressebericht über die neuen Arztzeugnisse. Diese wohl etwas salopp klingenden Worte sollen die positive Zielsetzung dieses vor mehr als einem Jahr von sieben Nordwestschweizer Ärzte- und Arbeitgeberorganisationen initiierten Projekts herausstreichen.
Mitarbeitertyp: Der Perfektionist: Grundsätzlich und auf den ersten Blick ist der Perfektionist eine positive Erscheinung im betrieblichen Alltag - wäre zu vermuten! Ein Mann oder eine Frau, die ihre Pflichten ernst nehmen und nach Vollkommenheit streben.
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